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Gewohnheiten ändern und den Autopiloten ausschalten

Haben Sie schon einmal beschlossen, eine Gewohnheit zu ändern, nur um kurz darauf festzustellen, dass Sie wieder genau das Gleiche tun wie immer, fast ohne darüber nachzudenken?

Vielleicht greifen Sie morgens nach dem Aufwachen automatisch zum Handy. Sie verschieben den geplanten Spaziergang auf später. Oder Sie fallen in eine vertraute Routine zurück, obwohl Sie sich fest vorgenommen hatten, etwas anders zu machen.

Wer Gewohnheiten ändern möchte, sollte zunächst verstehen, warum das so schwierig sein kann.

Ein erstaunlich großer Teil unseres alltäglichen Verhaltens läuft automatisch ab. Das ist durchaus sinnvoll. Unser Gehirn kann dadurch seine Aufmerksamkeit für Dinge aufsparen, über die wir tatsächlich nachdenken müssen. Gleichzeitig kann dieser Autopilot es schwieriger machen, eingefahrene Verhaltensmuster zu verändern. Der Entschluss allein reicht häufig nicht aus.

Wenn wir verstehen, wie Gewohnheiten funktionieren, können wir automatische Verhaltensmuster leichter erkennen und bewusster entscheiden, wie wir handeln möchten.

Warum so vieles automatisch abläuft

Forschungen der Psychologin Wendy Wood und ihrer Kollegen (auf Englisch) ergaben, dass rund 43 % der beobachteten Verhaltensweisen gewohnheitsmäßig waren. Sie wurden also im gleichen Kontext wiederholt, häufig ohne bewusste Aufmerksamkeit.

Das hat einen guten Grund. Wenn wiederkehrende Verhaltensweisen automatisch ablaufen, wird unser Alltag effizienter. Unser Gehirn kann seine Ressourcen für Dinge nutzen, die tatsächlich unsere Aufmerksamkeit erfordern.

Schwieriger wird es, wenn wir etwas verändern möchten.

Das Gehirn stuft eine Gewohnheit nicht erst als „gut“ oder „schlecht“ ein, bevor es sie wiederholt. Eine vertraute Situation kann einfach eine vertraute Reaktion auslösen. Deshalb kann selbst eine Gewohnheit, die wir wirklich ändern möchten, beinahe automatisch weiterbestehen.

Warum es so schwer sein kann, Gewohnheiten zu ändern

Sie nehmen sich etwas vor und stellen später fest, dass Sie wieder genau das tun, was Sie immer tun. Schnell entsteht dann der Eindruck, es fehle einfach an Disziplin.

Doch bewusste Entscheidungen sind nur einer von mehreren Faktoren, die unser Verhalten beeinflussen.

Psychologen veranschaulichen dies manchmal mit dem Bild eines Eisbergs. Über der Wasseroberfläche befinden sich unsere bewussten Absichten, Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten. Unterhalb der Oberfläche wirken automatische Verhaltensmuster, Annahmen und erlernte Reaktionen. Sie können unser Verhalten beeinflussen, noch bevor wir uns dessen bewusst werden.

Das bedeutet nicht, dass wir keine Kontrolle über unser Verhalten haben. Es bedeutet lediglich, dass es meist mehr braucht als ein allgemeines Ziel, um ein vertrautes Muster zu verändern.

Der erste Schritt besteht darin, das Muster überhaupt wahrzunehmen.

Automatische Muster bewusst wahrnehmen und unterbrechen

"Conscious thoughts, repeated often enough, become unconscious thinking" Dr Joe Dispenza.

Dr. Joe Dispenza (auf Englisch) vertritt die Ansicht, dass Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu vertrauten Mustern werden können, die sich Tag für Tag wiederholen.

Die kognitive Psychologie beschreibt außerdem den sogenannten Negativitätsbias. Negative Informationen können uns stärker beeinflussen als vergleichbare positive Informationen. Sorgen, Selbstkritik und pessimistische Gedanken können dadurch zu einer Art mentalem Hintergrundrauschen werden, ohne dass wir dies unbedingt bemerken.

Sobald wir ein Muster bewusst wahrnehmen, entsteht die Möglichkeit, anders darauf zu reagieren.

Probieren Sie es selbst aus. Achten Sie einige Minuten lang bewusst auf Ihre Gedanken. Wenn Sie einen negativen oder wenig hilfreichen Gedanken bemerken, halten Sie kurz inne, anstatt ihm automatisch zu folgen.

Es geht nicht darum, sich zum positiven Denken zu zwingen. Nehmen Sie zunächst einfach wahr, was gerade passiert, und überlegen Sie, ob Sie auch anders darauf reagieren könnten.

Das Ziel besteht darin, das Muster zu erkennen, statt ihm automatisch zu folgen.

Von automatischen Gedanken zu automatischen Handlungen

Das gleiche Prinzip lässt sich auf körperliche Gewohnheiten übertragen.

Stellen Sie sich vor, dass Sie morgens nach dem Aufwachen als Erstes zum Handy greifen. Statt von heute auf morgen Ihre gesamte Morgenroutine umzustellen, beginnen Sie damit, kurz innezuhalten, bevor Sie das Handy in die Hand nehmen.

Schon diese kleine Pause unterbricht den automatischen Ablauf und gibt Ihnen die Möglichkeit, eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Vielleicht entscheiden Sie sich trotzdem dafür, Ihr Handy zu nehmen. Der Unterschied besteht darin, dass Sie bemerkt haben, was Sie gerade tun wollten, anstatt einem vertrauten Muster einfach automatisch zu folgen.

Wenn solche Momente immer wieder entstehen, können sie mit der Zeit Raum für neue Verhaltensweisen schaffen.

So können Sie bewusstere Entscheidungen unterstützen

Unser Gehirn greift unter anderem deshalb auf vertraute Muster zurück, weil sie den Alltag effizienter machen. Wenn wir müde, gestresst oder ständig Reizen ausgesetzt sind, kann es deshalb noch schwieriger sein, diese Muster zu unterbrechen.

Darum sind die Grundlagen genauso wichtig wie die eigene Einstellung.

  • Guter Schlaf spielt eine wichtige Rolle für Lernen und Gedächtnis.
  • Regelmäßige Bewegung unterstützt die körperliche Gesundheit und die Gesundheit des Gehirns.
  • Zeiten ohne Bildschirm und ständige Reize schaffen Raum, um zur Ruhe zu kommen und bewusster wahrzunehmen, womit wir unsere Zeit verbringen.

Auch unsere Umgebung spielt eine Rolle. Wenn ein neues Verhalten mehrere zusätzliche Schritte erfordert, während die alte Gewohnheit mühelos abläuft, hat das vertraute Verhalten einen deutlichen Vorteil.

Es kann deshalb helfen, das gewünschte Verhalten einfacher und leichter zugänglich zu machen.

Erdung, Entspannung und mentales Wohlbefinden

Manche Menschen integrieren auch Erdung in eine Routine, die ihnen bewusst Zeiten der Ruhe und weniger Reize ermöglicht.

Eine 2024 in den Medical Research Archives veröffentlichte Übersichtsarbeit (auf Englisch) befasst sich mit Studien zu Erdung und Veränderungen der Gehirnaktivität, die unter anderem mithilfe von EEG und bildgebenden Verfahren untersucht wurden. Die Autoren vermuten, dass Erdung Prozesse beeinflussen könnte, die mit Entspannung, wiederkehrenden Gedanken und kognitiven Funktionen zusammenhängen.

Die Forschung zur Erdung entwickelt sich weiterhin. Diese Ergebnisse sollten daher als Teil einer noch wachsenden wissenschaftlichen Evidenz betrachtet werden und nicht als Beweis dafür, dass Erdung allein die eigenen Gewohnheiten verändern kann.

Erdung lässt sich jedoch auch ganz einfach betrachten: als bewusste Aktivität, bei der Sie innehalten, Ablenkungen reduzieren und Ihre Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment richten können.

Eine neue Gewohnheit leichter in den Alltag integrieren

Wenn Erdung selbst zu einer neuen Gewohnheit werden soll, gelten die gleichen Prinzipien.

Barfuß im Freien zu gehen ist eine Möglichkeit, direkten Kontakt mit der Erde herzustellen. Wetter, Wohnort und Alltag machen dies jedoch nicht immer praktisch. Wer solche Hindernisse reduziert, kann es sich leichter machen, Erdung regelmäßig in den Alltag zu integrieren.

Für alle, die sich in Innenräumen erden möchten, umfasst unser Sortiment an Erdungsprodukten unter anderem Erdungsmatten für Übungen, Spannbettlaken, Bänder und Patches. Wenn Sie sich lieber draußen erden möchten, können Erdungs-Schuhriemen eine weitere Möglichkeit für Spaziergänge bieten.

Ganz gleich, welche Gewohnheit Sie entwickeln möchten: Eine dauerhafte Veränderung muss nicht mit einer radikalen Umstellung Ihres Lebens beginnen.

Beobachten Sie zunächst, was Sie bereits automatisch tun. Halten Sie einen Moment inne. Machen Sie die Alternative leichter zugänglich.

Kleine, bewusste Entscheidungen können durch regelmäßige Wiederholung mit der Zeit selbst zu vertrauten Gewohnheiten werden.

Erdung ist eine einfache Praxis, die zunehmend wissenschaftliches Interesse weckt. Ob Sie ihre möglichen Vorteile für Schlaf, Stress, Entzündungen oder allgemeines Wohlbefinden erkunden möchten – der erste Schritt ist, zu verstehen, wie sie funktioniert.

Auf der Groundology-Website finden Sie die vollständige Auswahl an Erdungsprodukten sowie weiterführende Informationen zur Forschung, um die passende Lösung für Ihre Bedürfnisse zu entdecken.


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